Religionslehre

Zunächst einmal gibt es ein Fach "Religionslehre" überhaupt nicht, sondern "Katholische Religionslehre" und "Evangelische Religionslehre", zwei verschiedene Fächer mit eigenen Lehrplänen, Themen und Schulbüchern.

Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte bei einzelnen Themenbereichen (etwa der Kirchengeschichte oder der Lehre vom Aufbau der Kirche und ihren Ämtern) überwiegen die Gemeinsamkeiten. Zu diesen gemeinsamen Inhalten des Religionsunterrichts gehören:

Für das Fach evangelische Religionslehre findet man hier:

Für das Fach katholische Religionslehre findet man hier:

In Gesprächen mit Eltern und Schülern zeigt sich immer wieder, dass es eine Reihe von Gerüchten über den Religionsunterricht gibt, die sich hartnäckig halten:

Falsch ist: Um in Religion eine gute Note zu bekommen, muss man das "Richtige" glauben. "Richtig" ist natürlich nur das, was der Religionslehrer glaubt. Wer in Religion eine "4" auf dem Zeugnis hat, glaubt nicht richtig.
Richtig ist: Bei allen Unterschieden zu anderen Fächern unterscheidet sich der Religionsunterricht in einem jedoch nicht: Bewertet wird auch hier die Leistung, die ein Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbringt. Diese Leistung ist unabhängig von den religiösen Ansichten.

Falsch ist: Am katholischen Religionsunterricht dürfen nur die Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die katholisch getauft sind; am evangelischen Religionsunterricht nur diejenigen, die evangelisch getauft sind. Alle anderen dürfen nicht teilnehmen.
Richtig ist: Grundsätzlich steht der Religionsunterricht allen Schülern offen. Am Religionsunterricht des Viktoria-Gymnasiums nehmen nicht nur zahlreiche Schülerinnen und Schüler teil, die nicht getauft sind, sondern immer wieder auch Schüler, die einer anderen Religion angehören.

Falsch ist: Religionsunterricht in der Sekundarstufe I kann man abwählen.
Richtig ist: Jeder Schüler, der getauft ist, muss zunächst einmal am Religionsunterricht seiner Konfession teilnehmen. Das Grundgesetz bzw. unsere Landesverfassung sehen jedoch vor, dass sich Schülerinnen und Schüler aus Gewissensgründen (nicht "aus gewissen Gründen"!) vom Religionsunterricht abmelden können. Für Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, treffen die Erziehungsberechtigten diese Entscheidung; ab dem 12. Lebensjahr können die Erziehungsberechtigen jedoch nicht mehr gegen den Willen des Kindes entscheiden. Ab dem 14. Lebensjahr entscheiden die Jugend­lichen selbst – die Zustimmung der Erziehungsberechtigten ist dann nicht mehr erforderlich. Wer nicht am Religionsunterricht teilnimmt, der muss stattdessen am Fach "Praktische Philosophie" teilnehmen.

Herr Haase, Fachlehrer für Evangelische Religionslehre