Die Nachprüfung

Gemäß den Versetzungsbestimmungen können Schülerinnen und Schüler, die am Ende der Klasse 7 bis 10 nicht versetzt werden und deren Zeugnis bestimmte Bedingungen erfüllt, eine Nachprüfung ablegen. Am Ende der Klasse 6 ist eine Nachprüfung grundsätzlich nicht möglich.

In welchen Fällen ist eine Nachprüfung möglich?

Ab Klasse 7 kann eine nicht versetzte Schülerin oder ein nicht versetzter Schüler eine Nachprüfung ablegen, um nachträglich versetzt zu werden. Die Schulleiterin oder der Schulleiter spricht die Zulassung zur Nachprüfung aus, wenn in einem einzigen Fach durch die Verbesserung der Note von 'mangelhaft' auf 'ausreichend' die Versetzungsbedingungen erfüllt würden. Kommen für die Nachprüfung mehrere Fächer in Betracht, wählt die Schülerin oder der Schüler das Fach, in dem die Nachprüfung abgelegt werden soll. § 23(1) APO-S I

Ist dieser Fall eingetreten, dann erhalten die Eltern gemeinsam mit dem Zeugnis ein Informationsblatt zur Nachprüfung, das auch einen Anmeldeabschnitt für die Nachprüfung enthält. Eine Verpflichtung zur Nachprüfung gibt es übrigens nicht: Wer die Möglichkeit zur Nachprüfung hat, muss diese Möglichkeit nicht wahr­nehmen. Wer sie jedoch wahrnehmen will, der muss sich mit dem ent­sprechen­den Abschnitt schriftlich für die Nachprüfung anmelden. Der späteste Termine für die Meldung zur Nachprüfung liegt in den Sommerferien – das findet man im Anschreiben an die Eltern. Zu beachten ist:

Wann finden die Nachprüfungen statt?

Die Nachprüfungen finden an den letzten beiden Ferientagen vor Beginn des neuen Schuljahres statt, so dass die betreffenden Schüler bereits ab dem 1. Schultag des neuen Schuljahres am Unterricht der Klasse teilnehmen können, der sie nach (nicht) bestandener Nachprüfung angehören.

Wie läuft eine Nachprüfung konkret ab?

In schriftlichen Fächern besteht die Nachprüfung zunächst aus einer Klassen­arbeit, die den gleichen zeitlichen Umfang wie eine reguläre Klassenarbeit in der bisher besuchten Jahrgangsstufe hat. Am nächsten Tag folgt dann zusätzlich noch eine mündliche Prüfung von etwa 15 min Dauer. In Fächern, in denen keine Klassenarbeiten geschrieben werden, besteht die Nachprüfung nur aus dieser mündlichen Prüfung. Für die schriftliche wie die mündliche Prüfung gilt gleichermaßen, dass sie sich inhaltlich auf den Stoff des letzten Schulhalbjahres beziehen.

Hat man eine schriftliche Nachprüfung abgelegt, dann wird diese wie eine Klassenarbeit vom Fachlehrer korrigiert. Die Korrektur muss bis zur mündlichen Prüfung am nächsten Tag abgeschlossen sein. An der mündlichen Prüfung nehmen außer dem Fachlehrer, der das Prüfungsgespräch führt, noch zwei wei­tere Fachlehrer teil.

Im Anschluss an die mündliche Prüfung verlässt der Prüfling den Prüfungsraum und wartet vor der Tür. Die Prüfer bleiben zur Beratung über den Ausgang der Prüfung zurück. Sobald das Prüfungsergebnis feststeht, wird dem Prüfling mit­geteilt, ob er die Prüfung bestanden hat oder nicht. Eine konkrete Note für die mündliche Prüfung oder die Klassenarbeit wird dem Prüfling nicht mitgeteilt.

Was passiert, wenn man die Nachprüfung bestanden hat?

Hat man die Nachprüfung bestanden, dann wird die Zeugnisnote im Fach der Nachprüfung von "mangelhaft" auf "ausreichend" angehoben. Dazu wird der Schülerin bzw. dem Schüler von der Schule ein neues Zeugnis ausgestellt, das ihr bzw. ihm einige Tage später im Austausch gegen das ursprüngliche Zeugnis ausgehändigt wird.

Was passiert, wenn man die Nachprüfung nicht bestanden hat?

Dann ist man endgültig nicht versetzt und muss die Klasse wiederholen. Hat man die gleiche Jahrgangsstufe schon einmal wiederholt, dann ist eine zweite Wiederholung gemäß § 50 (5) SchulG in der Regel nicht möglich und man muss die Schule verlassen.