Die Bildung der Zeugnisnoten

Weit verbreitet ist die Auffassung, bei den schriftlichen Fächern der Sekun­dar­stufe I errechne sich die Zeugnisnote aus dem Durchschnitt der Klassen­arbeits­noten. Dies ist nicht richtig.
Was richtig ist, steht im Schulgesetz (SchulG) und in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe I (APO-S I).

Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die im Unterricht vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Grundlage der Leistungsbewertung sind alle von der Schülerin oder dem Schüler im Beurteilungsbereich 'Schriftliche Arbeiten' und im Beurteilungsbereich 'Sonstige Leistungen im Unterricht' erbrachten Leistungen. Beide Beurteilungsbereiche sowie die Ergebnisse zentraler Lernstandserhebungen werden bei der Leistungsbewertung angemessen berücksichtigt. § 48 (2) SchulG

Zum Beurteilungsbereich 'Sonstige Leistungen' gehören alle im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten mündlichen und praktischen Leistungen sowie gelegentliche kurze schriftliche Übungen in allen Fächern. Die Leistungen bei der Mitarbeit im Unterricht sind bei der Beurteilung ebenso zu berücksichtigen wie die übrigen Leistungen. § 6 (2) APO-S I

Zwar bleibt hier offen, was genau "angemessen" ist und ob "ebenso" in Sinne von "auch" oder im Sinne von "in gleichem Maße" gemeint ist, aber eines wird deutlich: SchulG und APO-S I betonen gleichermaßen die Bedeutung der "sonstigen Leistungen im Unterricht" für die Bildung der Zeugnisnote, und dabei handelt es sich ganz überwiegend um die Mitarbeit im Unterricht.